Vertrauen ist kein freundliches Gefühl, das sich einstellt, wenn die Umstände stimmen, sondern eine Haltung, die sich im Ungewissen bewähren muss. Es beginnt oft nicht mit Sicherheit, sondern mit einem kleinen Getrauen, das gegen die innere Enge antritt. Manchmal ist Vertrauen nur ein Handschlag im kalten Licht, und doch liegt darin eine ganze Lebensbewegung. Wer vertraut, gibt etwas voraus, ohne zu wissen, ob es zurückkommt; wer misstraut, schützt sich, aber zahlt einen Preis. Zwischen Grundvertrauen, Selbstvertrauen und Beziehungstreue entscheidet sich, wie bewohnbar die Welt für einen Menschen wird.
Wir alle spielen nur Theater?
Führung hat viele Gesichter – und manchmal fühlt es sich an, als würde man sie wie Masken wechseln: hier Zuversicht, dort Härte, dazwischen Müdigkeit. In einem Workshop mit Regionalgeschäftsführern wurde aus der Reflexion über „zehn Rollen“ plötzlich eine existenzielle Frage: Kann ich all diese Hüte tragen – und dabei noch ich bleiben? Dieser Text führt entlang einer Trias aus Selbst, Raum und Beziehung dorthin, wo Rollenspiel nicht mehr Technik ist, sondern Wahrheit: Aneignung oder Entfremdung, Sicherheit oder Angst, Macht oder Gegenseitigkeit.

