Manchmal sind es nicht die lauten Konflikte, die Organisationen erschöpfen, sondern die Gesichter, in denen nichts mehr sichtbar wird. Führungskräfte berichten zunehmend davon, dass sie ihre Teams zwar sehen, aber nicht mehr wirklich lesen können. Kameras sind eingeschaltet, Meetings laufen professionell, alle wirken anwesend – und doch fehlt Resonanz. Was geschieht mit Führung, wenn Menschen sich immer besser verbergen? Und wie kann wieder Beziehung entstehen, wo alle funktionieren, aber kaum jemand erreichbar ist?
Wir alle spielen nur Theater?
Führung hat viele Gesichter – und manchmal fühlt es sich an, als würde man sie wie Masken wechseln: hier Zuversicht, dort Härte, dazwischen Müdigkeit. In einem Workshop mit Regionalgeschäftsführern wurde aus der Reflexion über „zehn Rollen“ plötzlich eine existenzielle Frage: Kann ich all diese Hüte tragen – und dabei noch ich bleiben? Dieser Text führt entlang einer Trias aus Selbst, Raum und Beziehung dorthin, wo Rollenspiel nicht mehr Technik ist, sondern Wahrheit: Aneignung oder Entfremdung, Sicherheit oder Angst, Macht oder Gegenseitigkeit.

